29.09. (Dienstag) - Wahrsagen l Jahrgang 6

    29.09. (Dienstag) - Wahrsagen l Jahrgang 6


    The future belongs to those who believe in the beauty of their dreams.


    Mit einem Wink meines Zauberstabes flogen die Vorhänge des Klassenraumes schwungvoll auf und durch die großen Dachfenster lag das Zimmer mit einem Mal lichtdurchflutet vor mir. Zügigen Schrittes durchquerte ich den Raum, vorbei an den sich an einer der Wände erstreckenden Bücherregalen, die beinahe überquollen, so bepackt waren sie mit den für den Unterricht nützlichen Utensilien, die ich in mehrfacher Auslegung bereithielt. Wie oft hatte ich nun schon im stickigen und vom schweren Duft der Räucherstäbchen geschwängerten Klassenzimmer meiner Vorgängerin Trelawney gesessen und ihren aberwitzigen Vorhersehungen gelauscht? Auch wenn sie mit ihrer schrillen Art und den aberdutzenden Todesomen auf die meisten Schüler eine eher abschreckende Wirkung ausübte, als denn ihren Unterricht überhaupt einladend gestaltete, so hatte ich es mir damals nicht nehmen lassen mich beginnend mit dem dritten Schuljahr in ihrem Kurs einzuschreiben. Was die übrigen Löwen eher als eine Art Mutprobe angesehen hatten, war für mich die lang ersehnte Erfüllung eines Traumes gewesen. Es hatte mich viel Überwindung gekostet meinen Eltern beizubringen, dass ich mich für einen derartigen Firlefanz einschreiben wollte und dann gleich doppelt so viel, als ich ihnen nur wenige Jahre später beichtete, dass ich die Quacksalberei auch noch studieren würde.
    Tatsächlich hatte sich seit Sybills Abschied in die wohlverdiente Rente und damit meinem Auftritt als frischgebackener Referendar in Hogwarts viel getan. Hell erleuchtet lag nun also der einst von ihr genutzte Raum vor mir. Das gleißende Licht berichtete noch schemenhaft von den verstaubten Sitzkissen, welche jahrzehntelang in der Benutzung der Professorin gewesen waren und die durch den zum damaligen Zeitpunkt umherwabernden Rauch das Turmzimmer gezeichnet hatten. Hie und da hatte sich übergeschwappter Tee, aus dessen Blättern zuvor die Weissagungen gelesen worden waren, in den Holzboden eingefärbt. In Gruppen waren bequeme Sitzgelegenheiten rund um moderne, schwarze und weiße runde Tische angeordnet, welche man jederzeit problemlos beiseite räumen konnte für größere Sitzkreise. Am Ende des Raumes fanden sich eine schmale, in die Jahre gekommene Tafel und ein altes Pult ein, beides aus einem unbenutzten Klassenzimmer abgegriffen und zwar selten genutzt, doch allein aus ästhetischen Gründen und für den klassisch schulischen Touch würde ich sie niemals wieder hergeben wollen. Neben einem ziemlich kitschigen Traumfänger hatte ich im Grunde genommen bloß eine weitere Sache aus der Zeit meiner Vorgängerin beibehalten, nämlich die Ablehnung von Frontalunterricht. Mir persönlich war es wichtig, dass die Schüler die Möglichkeit bekamen sich gemeinsam die Themen zu erarbeiten und nicht etwa anderthalb Stunden einem langatmigen Monolog meinerseits Aufmerksamkeit schenken mussten. Stattdessen zielte der Unterricht thematisch häufig darauf ab, dass man in Gruppenarbeit Aussagen diskutierte und Statements zu bekräftigen oder etwa zu widerlegen versuchte, indem man eines der vielen in die Regale sortieren Bücher zurate zog, die passend zur jeweiligen Stunde sortiert vorlagen.
    Die dunkelbraune Ledertasche auf dem Pult ablegend sah ich mich noch einmal in dem Klassenzimmer um, in dem ich als fest angestellte Lehrkraft seit über einem Jahr unterrichtete, das Referendariat einmal außen vor gelassen. Jetzt neigte sich bereits der September seinem Ende zu, der erste Monat nach den Sommerferien war verflogen. Die Ereignisse des Abschlussballes rückten in weite Ferne und allmählich kehrte der Alltag auf dem Schloss zurück. Ich hatte das Gefühl, dass die Schüler begannen mit den Erlebnissen abzuschließen, selbst wenn der Schreck tief saß. Aber wir alle hatten in den Ferien Kraft getankt und Abstand zu den Szenarien des Balls gewinnen können. Noch war ich allein, doch im Laufe der nächsten Viertelstunde würde sich der Saal füllen. Wie so oft spürte ich etwas wie Neugierde und Aufregung in mir aufkeimen und mit Spannung erwartete ich die kommende Stunde. Die Reaktionen der Schüler, ihre Beiträge und Kommentare zum Geschehen erfüllten mich mit freudiger Ungeduld, denn auch nach all der vergangenen Zeit hatte ich mich noch nicht vollständig an die Lehrerrolle gewöhnen können, begegnete mir doch in jeder Klasse jeden Jahrganges etwas Neues. Neue Antworten auf die Unterrichtsthemen, noch nie gehörte Aussagen, die meinen Blick für das Wesen schärften und mir eine andere Sicht auf den Stoff gewährten, die durch die Augen der Schüler. Mit einem Schmunzeln kam mir der Gedanke, ob ich in James Alter mit genau so viel Elan und Leidenschaft diesen Berufs ausüben konnte, oder ob mit der Zeit der Spaß der Resignation wich. Mit den Händen in den Hosentaschen stand ich gegen das Pult gelehnt da, den Blick abwartend auf die Tür gerichtet und gebannt wartend auf das, was heute wohl passieren würde.



    *** Die Regeln sind ganz einfach ***
    - Punkte werden für Anwesenheit, Mitarbeit und Mitdenken im Unterricht vergeben.
    - Die allgemeinen Regeln der Höflichkeit werden bitte eingehalten, sprich diskriminierende, abfällige Kommentare gegenüber den Mitschülern und oder unhöflicher und respektloser Umgang werden nach der Verwarnung mit Punktabzug geahndet.
    - Fragen dürfen jederzeit an den Professor gerichtet werden, der auch noch nach der Stunde für derartige Anmerkungen offen ist und bereit steht.
    - Der Lehrer wird wie üblich mit Mister Cordell oder eben Professor angesprochen, duzen oder etwaige Spitznamen sind - während er zugegen ist - bitte zu vermeiden. :P
    - Außerdem würde ich euch bitten, dass ihr in eurem Post - solltet ihr es nicht ohnehin vorgehabt haben - erwähnt, wie die Leistungen und Noten eures Schülers in den letzten Jahren waren.
    - Ansonsten wünsche ich Spaß und bei Fragen eurerseits könnt ihr euch auch gern jederzeit an mich per PN richten!



    Am Rande erwähnt und geutzt wird: @James Ilian Pennebaker <3


    Melanie! :love:
    Wahrsagen war eines der wenigen Schulfächer, für die Gabriel wirklich Interesse und Begabung aufweisen konnte. Damals, als er dieses Fach wählte, wollte er es einfach nur ausprobieren und sah als Nebengewinn noch einfach verdiente Noten. Es hätte ja niemand kontrollieren können, was für eine Zukunft Gabriel da hätte sehen können, oder?
    Umso überraschter war Gabriel, als sich herausstellte, dass er wirklich gut in diesem Fach war. Nie im Leben hätte er gedacht, dass er - als fester Vertreter von empirischen und wissenschaftlichen Fakten - sich in einem so esotherischen Fach mit Begeisterung und einer ihm fremden Leichtigkeit wiederfinden würde. Zwar zog dies mit sich, dass er im Unterricht übermäßig viel auftauchte, jedoch auch schneller gelangweilt war, da er sich auch außerhalb des Unterrichts mit der Wahrsagerei beschäftigte. Dementsprechend kannte er manche Dinge bereits, bevor sich im Unterricht dazugekommen waren.
    Er hatte nie wirklich schlechte Noten in diesem Fach gehabt, sondern befand sich eher im oberen Bereich der Notengebung. Doch für wirklich überragende Leistungen fehlte ihm einfach der nötige Fleiß, sich wirklich anzustrengen. Zumindest im Unterricht.
    Da er im Gegensatz zu Zauberkunst, Verwandlung oder Verteidigung gegen die dunklen Künste tatsächlich gut in Wahrsagen war, hatte er sich immer mal wieder mit Fachbüchern aus der Bibliothek in eine stille Ecke verzogen und sich näher mit dem Thema und etwaigen Ausführungen der Zukunftsdeutung aus einander gesetzt. Hierbei war er unter anderem auf das Thema Schamanismus gestoßen. dies hatte ihn so sehr interessiert, dass er immer mal wieder auf eigene Faust solche Rituale probiert hatte. Jedoch waren bisher erst einige wenige von etwas gezeichnet, dass man entfernt mit Erfolg vergleichen konnte.
    Erfreut hatte er festgestellt, dass heute erneut Wahrsagen auf dem Unterrichtsplan stand - ein Grund für ihn, sich heute ausnahmsweise nicht so viel Zeit zu lassen und pünktlich im Unterricht zu erscheinen. Das einzige, was seine Freude auf dieses Fach ein wenig minderte, war die Lehrkraft. Nicht, dass Cordell ein unfreundlicher oder gemeiner Mensch war - aber es war einfach seine Art, die Gabriel manchmal nervtötend fand. Hinzu kam noch seine Unterrichtsgestaltung, die Gabriel letztendlich dazu geführt hatte, dieser Lehrkraft den Beinamen 'Hippie' zu gebebn. Seiner Meinung nach zurecht.
    Er war - bisher - nicht wie einige dieser Lehrer, die innerlich bereits aufgegeben hatten und wohl nur Lehrkraft geworden waren, weil die andere Alternative die Arbeitslosigkeit war. Einserseits war das durchaus gut, andererseits war Gabriel manchmal auch genervt davon. Dennoch hatte Gabriel sich dazu entschieden, Cordell trotz dessen Persönlichkeit noch eine Chance zu geben und gleichzeitig die fachliche Richtigkeit dieses Lehrers zu überprüfen.
    Als er - ungewollt lauter als gedacht - die Tür öffnete, trat Gabriel in einen Raum ein, in dem bisher nur der Professor stand.
    Na super, alleine mit dem Hippie. Er macht es einem aber auch nicht einfach, ihm eine zweite Chance zu geben, maulte Gabriel vor sich hin.
    Trotz seiner größtenteils unbegründeten Skepsis gegenüber dem Professor nickte Gabriel diesem zu und setzte sich auf einen der Plätze, von dem aus der den Professor durchgehend anstarrte. Nicht etwa, weil Gabriel gerade das attraktive Ercheinungsbild von Professor Cordell aufgefallen war, oder weil er mit ihm etwas bereden wollte. Sondern einfach weil Gabriel es konnte, gute Laune hatte und es den Professor vielleicht in Verlegenheit brachte, was Gabriel wiederum amüsierte.
    Game on, kommentierte Gabriel innerlich, als er den unausgesprochenen Anstarr-Wettbewerb eröffnete und das linke Auge des Professors akribisch fixierte, während der gleichzeitig mit durchedrücktem Kreuz und betont gerader Körperhaltung im Schneidersitzt auf einem, seiner Meinung nach, austausch-reifem Stuhl saß.

    @Camdon Earl Cordell - have fun with that ;D

    |Almacia|

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    Mit langsamen Schritten machte ich mich auf den Weg zum Wahrsagenunterricht, ich wusste nichteinmal warum ich dieses Fach überhaupt gewählt hatte. ich war eine absolute Niete in diesem Fach und hatte mich schon mehr als einmal gewundert wie ich es überhaupt durch die ZAGs geschafft hatte und dann auch noch ein E zu bekommen. Vielleicht hatte ich das E auch bekommen,weil ich zu der Prüfung angetreten war und zumindest versucht hatte etwas in der Kugel zu sehen und alles. Ich hatte einfach etwas erfunden und das musste wohl doch etwas überzeugend gewesen sein. Ich meine bisher war ich eher auf dem M Niveau gewesen und hatte ab und an mal ein A ergattert. Da würde sich wohl Mr. Cordell mehr als nur freuen mich wieder zusehen und müsste wohl erstmal in seinen Akten schauen ob ich tatsächlich noch in seinem UTZ Kurs war.
    Mit einem erneuten seufzen betrat ich das Klassenzimmer und bemerkte das ich die zweite war, ich suchte mir einen Platz weiter hinten und sah zu dem Professor "Guten Tah, Professor Cordell" meinte ich höflich und packte meine Sachen aus,bevor ich auf de anderen wartete.

    @Camdon Earl Cordell
    Wenn ich mein Leben mit einem Schulfach beschreiben sollte, wäre Wahrsagen wahrscheinlich die Wahl, welche am nähsten lag. Dafür gab es drei Gründe. Eins: Ich musste hart für meinen Erfolg arbeiten. Zwar hatte ich letztes Jahr mit einem E bestanden, hatte dafür aber auch den doppelten Aufwand betrieben. Nach wie vor schien es mir reichlich dubios, wie ich überhaupt eine solche Leistung geliefert hatte, doch wie bei so vielen in meinem Leben hatte ich gelernt, es nicht zu hinterfragen, sondern einfach mit einem dankbaren Lächeln hinzunehmen. Zwei: Ich wusste meistens nicht, worauf ich, die Teeblätter oder die Kristallkugel hinauswollten. Das war in meinem Leben auch oft nicht anders - auch wenn ich, zumindest in manchen Aspekten meines Daseins, tatsächlich den Ansatz eines Plans hatte. Das Praktikum im Gericht in diesem Sommer hatte ich ja auch nicht aus reinem Spass an der Freude absolviert. Drei: Ich wusste ziemlich schnell, an wen es sich zu kletten galt, um mich selbst weiter zu bringen. Connors hatte seine Gründe, warum er mich als Parasit bezeichnete - aber wenigstens schien ich ein guter Parasit zu sein, denn im Gegensatz zu dem alten Ekelpaket war ich noch hier, während er und seine ganze, vermaledeite Familie vor sich hin vegetierten. Ich konnte es vor Zoe oder Diane nie zugeben, aber die Schadenfreude, die ich angesichts des Untergangs des Connors-Imperiums verspürte, kannte keine Grenzen. Karma, ich liebe dich.
    Noch nie zuvor hatte ich die schwarzen Schulroben als derart beruhigend empfunden wie heute. Das Schuljahr fühlte sich noch seltsam an; ich wartete darauf, dass man mir den Teppich unter den Füssen wegzog und mit lachend die Finger in meine Richtung ausstreckte. Dass sich meine Robe nur durch das Vertrauensschülerabzeichen von der unterschied, die alle anderen Schüler trugen, gab mir ein Gefühl der Camouflage und nahm mir das Unwohlsein, welches mein Gehirn fabrizierte, wann immer es mir klar zu machen versuchte, dass alle anderen nur darauf warteten, dass ich versagte. Keiner interessiert sich so sehr für dich, Cai, musste ich mich immer wieder massnehmen. Nein, niemand interessierte sich dafür, was ich machte, und ich konnte sie alle nur positiv überraschen. Überraschenderweise war mir dies lieber als die konstante Aufmerksamkeit, die ich mir in vergangenen Jahren gewünscht hatte. Irgendwie war es witzig. Irgendwie war es traurig. Aber hey - auch das beschrieb sowohl mein Leben wie auch meine Wahrsagen-Laufbahn gar nicht so schlecht.
    Von unserer generell kleinen Klasse waren bislang zwei Schüler anwesend; Sayuri Booth sass etwas weiter hinten im Raum, während Gabriel Apis mit seinem Platz etwas mehr auf Konfrontation aus war. Mit einem eisernen Griff um den Träger meiner Tasche und einem einem kurzen Nicken in Richtung des Professors setzte ich mich, ohne zu fragen, neben Gabriel. Wie gesagt; ich wusste, an wen ich mich in diesem Fach zu hängen hatte. Dass der Apis-Junge einiges auf dem Kasten hatte war ein offenes Geheimnis und ich wäre ein schlechter Parasit, wenn ich mir dies nicht zu Nutzen machen würde. Genau deshalb ersparte ich mir auch die Frage, ob ich mich denn neben ihn setzen dufte. Er würde jetzt damit leben müssen. Irgendwie. (Ja, ich war längst nicht selbstsicher genug, um meine Taten nicht im Nachhinein noch dreimal zu durchdenken und jeden Stein dreimal umzukehren. Umso wichtiger war, dass ich einfach handelte. Kopf aus, Augen zu, Luft anhalten.)
    Mit klammen Fingern angelte ich eine Pergamentrolle, ein Tintenfass und die dazugehörige (etwas ausgefranste) Feder aus meiner Tasche und legte sie vor mir auf das Pult. Nach wie vor hatte ich mit meinem Sitznachbarn kein Wort gewechselt. Um ehrlich zu sein, wusste ich nicht, was ich sagen sollte. Ich hatte mich ja nicht neben ihn gesetzt, um Kaffeekränzchen zu halten.
    Aber ein wenig unhöflich war es ja von meiner Seite schon. Verdammt. Manchmal hasste ich, dass mich Zoes Eltern so zur Höflichkeit erzogen hatten. Wenn die Erziehung meiner Eltern gefruchtet hätte, könnte ich einfach hier sitzen und von Gabriel profitieren... aber nein. "Gott, ich hoffe, dass mir in diesem Jahr besseres Zeug vorausgesagt wird als im letzten", versuchte ich mich schliesslich an einem halbherzigen Witz, der nicht einmal mich selbst zum Lachen brachte. Vielleicht hätte ich versuchen sollen, weniger zu grummeln. Das hätte bestimmt geholfen.
    Vielleicht beim nächsten Mal.

    @Gabriel Apis


    ARROGANT BOY, LOVE YOURSELF SO NO ONE HAS TO.
    THEY'RE BETTER OFF WITHOUT YOU.

    Mit aufgeregten Schritten ging Jane zu ihrem Lieblingsfach. Wahrsagen. Warum es ihr Lieblingsfach war, konnte sie nicht erklären. Sie war ziemlich schlecht darin, hatte gerade noch so ein E bekommen, dafür hatte sie viel machen müssen. Ja, ziemlich viele lange Stunden in der Bibliothek, um irgendwas zu verstehen, was sie mit den Teeblättern und so machten. Noch dazu kam, dass sie dieses ganze 'innere Auge', Teeblätter und so, alles nicht verstand und nie was sah. Meistens schrieb sie irgendwas auf, was sich für sie plausibel anhörte. Ob wohl irgendjemand wirklich darin was sah, oder das genauso machte, wie die Blondine?
    Das machte das alles aber so witzig, es machte sich aber auch an der Note deutlich. Nicht ohne Grund hatte sie E, denn manchmal machte es überhaupt keinen Sinn, was sie aufschrieb. Jedoch konnte man auch nicht ganz so deutlich hinterlegen, dass Jane nur irgendwas aufschrieb, denn immerhin sah jeder Mensch es etwas anders und hatte andere Gedanken. Außerdem war sie sich nicht ganz so sicher, ob es wirklich Hellseher gab, oder ob die nur irgendelche Vorhersagen sagten. Okay, das war Schwachsinn, denn dann passierten die Vorhersagen ja auch, oder nicht? Zumindest die meisten.
    Vielleicht wollten einige von denen aber auch nur Geld haben. Theoretisch war das auch voll die Schlaue Methode Geld zu bekommen, wenn man das mit naiven Menschen machte. Jane würde so etwas nicht glauben, auch wenn sie naiv war, zumindest glaubte sie das.
    Am Raum angekommen, roch sie den typischen Geruch und ihr Lächeln wurde breiter. Sie trat in den hellen Raum rein und begrüsste den Professor mit einem strahlendem Lächeln. Kurz danach blickte sie sich kurz um, grinste die anderen Schüler an und setzte sich dann zu ihrer Hausgenossin Sayuri, zu der sie sonst eigentlich nicht so einen Kontakt hatte, doch das war ja egal. Sie schmiss ihre Sachen neben sich und blickte dann nach vorne.

    /Jane setzt sich neben@Sayuri Booth
    Nun Wahrsagen, wer hätte gedacht, dass ich dieses Jahr noch dabei sein würde? Ich sicher nicht und doch hatte ich es geschafft zumindest einigermaßen akzeptable Leistungen vorzuweisen. Nicht etwa, dass ich behaupten könnte, irgendwann Mal den Durchblick erlangt zu haben. Nein, meistens hatte ich nicht wirklich einen Plan. Meine gar nicht mal so schlechten Noten ließen sich wohl nur mit meinem Talent Dinge auswendig zu lernen und meiner Fantasie erklären. Nicht zu vergessen, das ich an mich selbst den Anspruch hatte, in jedem Fach mindesten ein E zu erreichen. Selbst dann, wenn ich es für so unnötig wie Wahrsagen hielt. Nun, eigentlich hatte ich mich damals nur für dieses Fach entscheiden, da ich auf wirklich interessante und wichtige Prophezeiungen gehofft hatte. Wie zum Beispiel Aufgaben und Ergebnisse anstehender Prüfungen, die Lottozahlen oder wann ich meinen Traumprinzen finde würde. Pustekuchen, bisher hatten sich keines, aber auch wirklich keines meiner Vorhersehungen wirklich erfüllt. Nicht einmal mit meiner Weissagung in diesem Fach den ZAG nicht zu bestehen, hatte ich Recht behalten. Wirklich enttäuschend, dabei war ich mir so sicher gewesen und dann schaffte ich noch ein "E" .Professor Cordell musste dies sicher gewusst haben, immerhin war er ein Meister seines Faches, was wiederum die Frage aufwarf, weshalb er überhaupt Prüfungen brauchte um unsere Fähigkeiten zu beurteilen. Konnte er doch ohnehin vorher sehen, wer diese bestehe würde und wer nicht. Wohl bestätigte alleine diese Annahme, dass ich von der Wahrsagerei nicht den blassesten Schimmer hatte. Aber wie gesagt, Versagen gab es bei mir nicht und so müsste ich mich noch zwei weitere Jahre durch dieses Fach quälen. Quälen traf es nicht ganz, immerhin war alleine der Anblick des Professors Grund genug sich diesen ganzen Unsinn hereinzuziehen. "Guten Tag Professor Cordell" trällerte ich fröhlich, als ich das Zimmer betrat und blickte mich um "na wer hätte gedacht, dass wir beide uns hier wieder sehen würden".
    Jeder einzelne Mitschüler wurde von mir mit einem freundlichen "Hallo" begrüßt ehe ich mich ohne vorher zu fragen bei den beiden Löwinnen nieder ließ "na ihr beiden, auch schon gespannt welche Erkenntnisse wir heute erlangen werden?". Nun wie kam ich zur meiner Entscheidung? Ich konnte beiden ziemlich gut leiden und bei insgesamt vier anwesenden Schülern gab es keine allzu große Auswahl. Da ich aufgrund eines Infektes erst diese Woche angereist war, wusste ich zudem nicht, wer überhaupt noch teil unseres Kurses war. "Jetzt legt mal los, was habe ich in diesem Laden die letzten Wochen so verpasst?" Ich verzichtete bewusst auf die Frage nach deren Befinden, da ich mir zumindest bei Sayuri die Antwort bereits denken konnte und nicht gedachte in irgendwelchen Wunden herumzustochern. Sicherlich ging es ihr schon schlecht genug und musste nicht von eine Trampel wie mir daran erinnert werden.

    //Setzt sich einfach mal ganz frech zu @Jane William und @Sayuri Booth


    <3 Danke Tobi <3

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    Nun. Als sein liebstes Fach hätte Kostja jenes, zu welchem er sich auf dem Weg befand, niemals bezeichnet. Nicht einmal im Ansatz, woraus er auch keinen Hehl machte oder irgendein anderes Geheimnis darum spann, welches sich letztlich nicht lohnte geheim gehalten zu werden oder aufgedeckt. Zügig sollten seine Schritte sein. Zügig durch die Gänge der Schule eilte er, den zahlreichen Windungen der unzähligen Treppen entlangt, immer wohl konzentriert auf den Weg und die Widerspenstigkeit der Treppen. Niemals hätte er behaupten, er hatte es eilig, so dann er sich doch hätte vor seinen Mitschülern erklären können; Kostja ließ kaum jemals gegenüber seinen Kameraden durchscheinen, wenn er sich für etwas im Besonderen interessierte oder aber, dass er sich überhaupt für irgendwas interessierte, was nicht in direkter Verbindung zu sich selbst stand. So dann galt der Slytherin möglicherweise als Außenseite. Möglicherweise war er auch als Spieler der Mitte angesehen, vielleicht wurde er verteufelt und bildete sich die respektvollen Blicke seiner Gegenüber stets aufs Neue ein. Dann und wann mochte dies vorkommen, doch - um dies einmal klarzustellen - es interessierte den Jungen nicht, was die hiesige Masse von ihm dachte; er interessierte sich in erster Linie für sein eigenes Abbild, wenn er in den Spiegel schaute, er interessierte sich für den Klang seiner Stimme, den Hall seiner Schritte an den kalten Wänden. Es interessierte ihn so dann nicht, dass eben diese Mauern nicht nur kalt sondern auch verbraucht wirkten. Alles in dieser Schule wirkte verbraucht auf den Jungen - nicht alles, so dann viele Kleinigkeiten, die man im Klassenzimmer für Wahrsagen so gleich er dieses betrat, nicht finden konnte. Er konnte keinerlei Nichtigkeiten sehen und stand geraume Zeit ruhig atmend im Türrahmen. Es war kaum zu übersehen, dass er wohl zu den letzten Schülern gehörte, die sich wagten einzutreten. Der Raum öffnete sich großzügig und erhellt vor den Augen des Schülers, der bereits gefangen ward in seinen eigenen Gedanken. Gedanken, die dem bevorstehenden Unterricht zuteil wurden und hätte man ihn gefragt, ob er denn in freudiger Erwartung diesem war - er hätte höflich gelächelt und die Antwort für sich behalten. Er hatte dieses Fach bewusster Sinne gewählt. Er ward zu diesem auch tatsächlich aufgedacht. Über Freude, Nutzen und Selbstfindung konnte man an dieser Stelle sodann diskutieren. Mit sich selbst, niemals mit dem Jungen, der sich nur langsam aus dem Türrahmen bewegte, sich einen Platz suchte, der weder im Zentrum des Raums noch am Rande dessen lag. Aufmerksam würde er dem Unterricht folgen, dann und wann möglicherweise nicken und sich etwaige Notizen machen. Seine Leistungen waren durchaus annehmbar, wie in allen übrigen Fächer, für jene der Slytherin sich im Ansatz begeistern konnte. Begeistern oder auch zwingen konnte sich für diese zu interessieren. Kostja war ein guter Schüler, obgleich sich dies nicht immer in seinen Noten widerspiegelte, sondern eher in seinem Fleiß oder dem persönlichen Ehrgeiz, den er gern zur Schau stellte. Wer - in dieser Schule - stellte sich nicht gern zur Schau? Sie alle waren Schauspieler. Kostja quittierte dies beim Eintreten in den Raum mit einem flüchtigen Zucken seiner linken Augenlider.
    Möglicherweise nicht alle jener, die ihm in diesem Raum gegenüber treten würden oder aber, wie Kostja selbst dies ausdrücken würde, wen er an seiner Anwesenheit teilhaben ließ oder aber, wem er sich selbst bewusster Sinne aussetzte. Einige von ihnen hatten Angst. Kostja war sich dessen auch ohne etwaige Bestätigung sicher. Manche seiner Mitschüler, die in diesem Raum saßen, hatten Angst davor ihren Blick schweifen zu lassen, diesen zu erweitern oder auch mit zahlreichen Facetten zu schmücken; der Unterricht, die Dinge, die sie im Zuge dessen taten, war ein Ort der Stille, war ein Ort der Ungewissheit. Sie konnten möglicherweise in die gewisse Vergangenheit sehen, doch ebenso war es ihnen vielleicht an ein oder anderer Stelle erlaubt in eine ungewisse, graue oder schwarze oder gar weiße Zukunft zu blicken. Kostja scheute diesen Blick nicht, doch ein ungutes Gefühl in seinem Bauch konnte auch er seinen Gedanken nicht verwehren. Seine Atmung ging kontrolliert. Seine Augen verweilten ruhig an einem Punkt hinter dem Professor, den er beim Eintreten nicht gegrüßt hatte. Ein Akt der Respektlosigkeit und ein Akt dessen zu unterstreichen, dass er sich so dann gern von der Masse abhob. Aus diesem Grund hatte er den Lehrer lediglich flüchtig fixiert, hatte den Kopf als Ehrdarbietung geneigt, hatte anderweitig niemand Anderen im Raum angeschaut und aus eben diesem Grund ward er auch erst jetzt erschienen. Er wollte sich abheben und dieser Unterricht ward diesbezüglich eine Gelegenheit, die es zu ergreifen gab.

    Hamilton

    Die durch die Fenster einfallende Herbstsonne blendete mich und so registrierte ich erst durch das durch den Raum hallende Knarzen der Tür das Eintreten des ersten Schülers. Abrupt stieß ich mich von der harten Tischkante ab und trat aus dem hellen Licht. Die Wärme staute sich unter dem sich farblich an die Jahreszeit angepassten Kleidungsstück und beinahe bereute ich es schon heute morgen nach dem braunen Tweed Sakko gegriffen zu haben. "Mister Apis." Kaum dass meine Augen sich an die veränderten Lichtverhältnisse angepasst hatten, wurde der sich nun erkennbar zeigende Schüler mit einem Nicken begrüßt. "Wie schön, dass Sie den Anfang machen. Habe ich Ihnen bereits gesagt, dass es mich in Ihrem Fall besonders gefreut hat Sie dieses Jahr wieder in meinem Unterricht begrüßen zu dürfen? Nach Ihrem außerordentlich guten Prüfungsergebnissen wäre es zu schade gewesen, hätten Sie sich gegen dieses Fach entschieden." Gerade Schüler wie Gabriel waren es, die wachsamen Auges diesen Unterricht begutachteten und wegen derer ich versuchte die Lehre der Voraussagen so lebendig wie möglich zu gestalten. "Sagen Sie, beschäftigen Sie sich auch in Ihrer Freizeit mit der Wahrsagerei? Wenn Sie nach der Stunde noch kurz Zeit hätten, dann würde ich Ihnen gern ein Buch von Fredericka Fortunae mit auf den Weg geben. Sie setzt sich mit der Frage auseinander, ob man zwingend ein Medium sein muss, damit einem die Zukunft ersichtlich erscheint." In der Gewissheit, dass das Exemplar gut bei ihm aufgehoben war, würde ich ihm meine zerfledderte Ausgabe mit auf den Weg geben. Ich hatte es einst in meiner Jugend gelesen, damals war ich kaum älter als Mister Apis gewesen. Es war letztlich ausschlaggebend für meine Berufswahl gewesen, zumal die Autorin sehr glaubwürdig die Auffassung vertreten hatte, dass die Kunst des Lesens des Ausstehenden ein jedem zugänglich wäre, sofern man sich nicht davor verschließe. Sie hatte mich davon überzeugt, dass das Unterrichten des Faches nicht sinnlos sei, da schließlich nicht jeder diese Gabe besaß, sondern dass Willen und Interesse allein dafür sorgten, dass das Vermittelte angewendet werden könnte.
    Auf den Adler folgte alsbald die erste Gryffindor mit Namen Sayuri Booth. Ich schenkte ihr ein aufmunterndes Lächeln und rechnete es ihr zugleich hoch an, dass sie sich trotz dem Verlust ihrer Schwestern und zugleich wohl engsten Vertrauten auf der Schule jeden Morgen aufraffte und weitermachte. Ich wusste nicht, wie ich damit umgegangen wäre, hatte mir doch bereits der Tod von Heliotrope schwer zugesetzt. Es war wichtig, dass Sayuri sich in diesen schweren Zeiten nicht allein fühlte. Sicherlich war sie bei ihren Freunden gut aufgehoben, aber notfalls dürfte sie sich immer an Sam oder mich wenden.
    Nach der Löwin betraten auch Yarbrough und Miss Williams den Klassenraum. Beides Schüler, die ich mit Wohlwollen betrachtete und die auch in Zauberkunst gern gesehene Zauberer waren. Der Slytherin wurde von einem neugierigen Blick verfolgt, als er neben dem Apis Jungen Platz nahm, während das ansteckende und warme Grinsen der Roten nur allzu gern breit erwidert wurde. Allmählich füllte sich der Saal und ich würde nur noch wenige Minuten mit dem Start des Unterrichts warten. "Damals waren uns unsere Hauspunkte wesentlich wichtiger", dachte ich noch, da betrat die nächste Schülerin den Raum. Es war der erste Satz, der mehr als nur eine saloppe Begrüßung verlauten ließ und den ich einfach nicht unkommentiert lassen konnte. "Welch angenehme Überraschung, Miss Mondschein. Von Ihrem Kommen werden Sie profitieren, das heutige Thema wird Ihnen, wenn ich Sie richtig einschätze, sicherlich gefallen." Ein letztes freundliches Wort, ehe hinter dem Nachzügler der Truppe, Konstantin Belvedere, mit einem Nicken die Tür ins Schloss fiel. Mit zwei großen Schritten fand ich mich neben dem walnusshölzernen Pult wiederfand, an dem ich mich gelassen mit der linken Hand abstützte.
    "Guten Morgen, liebe Schüler und damit willkommen zur heutigen Stunde. Mit Freude darf ich Ihnen allen nochmals meinen Dank aussprechen, dass Sie sich auch nach den ZAG im letzten Schuljahr für das Fach entschieden haben. Mir ist bewusst, dass es einem selbst oftmals wie eine Herausforderung vorkommen mag auch nur ansatzweise etwas in einer Kristallkugel zu erkennen, allerdings stehen diese Dinge nun einmal auf dem Lehrplan und ich bin gezwungen Sie mit Ihnen zumindest ein Mal zu thematisieren. Doch das soll vorerst sein Ende haben. Ich hoffe Sie haben Energie und Motivation für die heutige Stunde mitgebracht." Schwungvoll stieß ich mich von der Kante ab und fand mich nun auf dem Pult sitzend wieder, die Beine überschlagen. "Träume." Eine kurze Pause entstand, in der ich jedem einzelnen Schüler triumphierend einen raschen Blick zuwarf. "Sind Sie schon einmal morgens aufgewacht und haben sich gefragt: 'Was bei Merlins Bart war das bitteschön?! ' Tagsüber ist man ein einfacher Schüler und kämpft mit den Problemen des Alltags und nachts findet man sich plötzlich in einem Duell wieder, das man mit einem von Zonkos Scherzartikelstäben gegen einen Flubberwurm austragen soll. Oder man sinkt erleichtert abends ins Kissen und freut sich über die wenigen Stunden Erholung von der stressigen Schulwoche und dann verfolgen einen Prüfungen und Referate bis in den Schlaf. Was möchte uns unser Gehirn damit sagen, gibt es eine tiefere Bedeutung hinter unseren Träumen? Was sind Träume überhaupt? Warum träumen wir überhaupt? Würden Sie sagen, dass Tagträume mit denen zu vergleichen sind, mit denen wir nachts im Schlaf zutun haben? Können Träume die Zukunft voraussagen oder sind sie tatsächlich Schäume?" Ich ließ die vielen Fragen kurz wirken und wartete die Reaktionen der Schüler ab. "Von gut acht Stunden, die Sie Nacht für Nacht schlafen, träumen Sie durchschnittlich anderthalb Stunden. In diesem Zeitraum dürfen Sie mit vier bis sechs Traumphasen rechnen, von denen die erste gerade Mal fünf bis zehn Minuten andauert, die letzte hingegen über eine halbe Stunde beansprucht! Wahrscheinlich können Sie sich nur an wenige Träume erinnern, andere hingegen bleiben Ihnen im Gedächtnis. Ich möchte, dass Sie sich jeweils in Partnerarbeit mit dem Thema und Ihrem Traum von letzter Nacht auseinandersetzen. Erinnern Sie sich daran, was vorgefallen ist oder wählen Sie eine andere Geschichte, die sich vor längerer Zeit des nachts im Schlaf bei Ihnen abgespielt hat. Bücher dazu finden Sie wie üblich im Regal, bei Fragen können Sie sich jederzeit an mich wenden."



    RPG-Off:
    - Der Unterricht hat begonnen.
    - Die Schüler werden gebeten sich zum Thema Träume zu äußern und auf die Fragen, Mutmaßungen und Äußerungen des Lehrers einzugehen.
    - Außerdem sollen sie sich jeweils mit ihrem Sitznachbar oder einer anderen Person in dem Raum zusammenfinden und darüber spekulieren, was ihr Traum von letzter Nacht wohl bedeuten könnte. Seid kreativ, eurer Phantasie sind keine Grenzen gesetzt.
    - Die Vorgänge werden vom Professor beobachtet, Fragen dürfen natürlich an ihn gestellt werden.

    - Die Ergebnisse werden zum Schluss vorgestellt und bepunktet!

    @Gabriel Apis , @Sayuri Booth , @Cai Yarbrough , @Jane William , @Amy Sophie Mondschein , @Kostja Belvedere


    Melanie! :love:
    Was die Lehrer nur allesamt damit hatten an den Kanten ihrer Schreibtische zu lehnen oder gar auf dem Holz zu thronen als wäre dies der bequemste Ort, den man in einem Klassenraum finden konnte. So allerhand Dinge konnte man wohl mit einem Pult anstellen, auch wenn sich der Schlange sämtliche Fußnägel hochrollten, wenn er darüber nachdachte, dass die Lehrer des Kollegium dieser Schule diesen wohl kaum ausschließlich zur Korrektur von Arbeiten benutzten oder gar, um während des Unterrichts darauf zu sitzen. Ein merkwürdiges Verhalten, wie Kostja dachte und seinen Blick flüchtig durch den Raum schweifen ließ, um zu erkennen, ob seinen Mitschülern ähnliche Gedanken durch die Sinne jagten. Wohl kaum. Es hätte ihn gewundert, wenn sie überhaupt jemals darüber nachgedacht hätten - nicht unbedingt darüber, dass auch Professor Cordell liebreizend auf der Kante seines Pults Platz nahm, sondern eher darüber, was die Lehrer während ihrer freien Zeit, so knapp diese auch bemessen sein sollte, gedachten zu tun oder aber, was sie letztlich taten. So dann waren die Beschäftigungen der Freizeit bei einigen Lehrern durchaus bekannt - der Hauslehrer der Adler pflegte es seit geraumer Zeit eine Menge Sport zu betreiben, auf den Ländereien der Schule, auch wenn Kostja niemals den Eindruck erhalten hatte, dass dies dem Lehrer zum Einen schmeichelte noch zum Anderen, ihm sonderlich viel Spaß zu machen schien. Zu diesem merkwürdigen Verhalten hörte man zu allem Überfluss allerhand Gerüchte, die ebenso Professor Felps mit einbezogen. Nun, stand sie Professor Cordell doch sehr nah, wie man möglicherweise hätte mitbekommen können und auch dem Hauslehrer der Adler schien besagter Professor offenkundig nicht abgeneigt zu sein. Hatte er diese schlechte Angewohnheit auf dem Pult zu sitzen also von seinem gefiederten Freund oder aber von der Mutter aller Löwen, die sich auch dauerhaft gern reden hörte!? Sei's drum, Kostja würde es stillschweigend über sich ergehen lassen, so dann er es sich an seinem eigenen Platz bequem machte und fast vergessen hätte zuzuhören. Nicht. Er lauschte am Rande und mehr Aufmerksamkeit bedurfte dieser Unterricht in seinen Augen auch nicht. "Ich schätze Einige von uns sind auch schon des Tages mit diesem Gedanken aufgewacht." Ohne, dass Kostja jetzt in einem Anfall aus Zynismus und Sarkasmus irgendwelche Namen nannte. Es war die Atmosphäre des Raums und auch die Wirkung der Worte des Lehrer, welche den Schülern in diesem Unterricht manches Mal zusetzte. Die dicke Luft galt als beliebtes Mittel, um die anwesenden Jungen und Mädchen überaus diesig im Kopf erscheinen zu lassen. Hatte eigentlich jemals jemand während einer Stunde das Fenster aufgerissen, weil dieser drohte zu ersticken? Woran der Bursche wieder dachte und ehrfürchtig seinen Kopf neigte, um gegenüber seinem Lehrer so etwas wie Reue zu suggerieren; aufgrund seiner Wortwahl oder auch aufgrund der Bemerkung, die er hatte verlauten lassen, auch wenn ihm diese streng genommen keineswegs leid taten. Wie viele Schüler schliefen während des Unterrichts täglich ein? Genug, um Kostja zu einer solchen Aussage zu verleiten. "Verzeihung, Professor. Träume." fügte er kleinlaut hinzu und streckte seinen Rücken. Ein paar Halswirbel knackten, ein paar Wirbel in seinem Rückgrat gaben ebenfalls hörbare Geräusche von sich, obgleich Kostja seine Körperhaltung augenblicklich wieder in sich zusammen fallen ließ als er der Auffassung war dem drohenden Schmerz in seinem Rücken noch rechtzeitig entgangen zu sein. Letztlich glich seine Handlung lediglich dem Reflex der Ablenkung; nicht, dass er ernsthafte Probleme mit seinen Gelenken hatte, denn im Gegensatz zu Professor Pennebaker war Kostja Belvedere topfit. In allen Belangen, mit wenigen Ausnahmen.
    "Träume sind Spiegel der Realität, Professor Cordell. Einer falschen Realität und einem falschen Bild unserer selbst." Bevor der Junge erneut das Wort an sich riss, hatte er sich zuvor höflich geräuspert und sogar eine Hand flüchtig neben sich gehalten, um seinem Lehrer zu signalisieren, dass er durchaus gewillt war in einem angemessenen Verhalten am Unterricht teilzunehmen; anderweitig wäre er wohl nicht hier. Wäre er nicht, wenn er diesen Unterricht als Zeitverschwendung betrachten würde. "Kein Spiegel im eigentliche Sinne folglich, weil unsere Träume keine tatsächliche Realität darstellen; diese ist immer im Ansatz verzerrt und an unsere Emotionen gebunden, denke ich. Träume reflektieren in gewisser Hinsicht, auch wenn es bei manchen unter uns gewiss nicht viel zu reflektieren gibt, so muss --", Kostja schielte in Richtung seiner anwesenden Klassenkameraden und beäugte gleichwohl niemand Bestimmten, sondern schaute wahllos in die Reihen neben sich und im Anschluss zurück zum Lehrer, der noch immer auf dem Pult saß, "-- jeder Kopf und jeder Geist einmal zur Ruhe kommen." Soweit, so gut, wie Kostja dachte und seine Mimik im Ansatz sowohl freundlicher als auch entspannter wurde. "Und anderweitig -- denke ich persönlich nicht, dass man Tagträume mit Träumen der Ruhephase vergleichen kann. Sie unterscheiden sich bereits in bewusster und unbewusster Wahrnehmung. Der Tag offenbart uns, wie wir uns unser Leben vorstellen oder auch, wie wir uns gern sehen und die Nacht offenbart, wozu wir tatsächlich fähig sind." So gesehen widersprach er mit diesen Worten seinen zuerst eingebrachten Gedanken; jenen, welche die Behauptung aufstellten, dass die Träume der Menschen keineswegs an eine wahrscheinliche Realität gebunden waren. Sogleich biss Kostja sich auf die Unterlippe und suchte nach einem Faden, der es ihm ermöglichte beide Thesen ineinander zu verknüpfen. "Doch dies stets im Hinblick darauf, dass wir unsere Gefühle nicht kontrollieren können, wenn wir schlafen; daher gewiss auch die Unterscheidung in gute Träume und schlechte Träume." Träume und Alpträume, nicht gute Träume und schlechte Träume, wie Kostja mürrisch dachte und sich mit einem Mal fühlte wie ein kleines Kind. Sie waren in der sechsten Klasse, da konnte er wohl erwarten, dass sie alle in der Lage waren sich gewählt auszudrücken! "Alpträume, meinte ich selbstredend, Professor Cordell." nickte er dem Lehrer selbstsicher zu und schaute sich erneut im Raum um. Gruppenarbeit. Verachtet und gehasst. In welchen sauren Apfel würde Kostja heute wohl beißen, wo von seinem besten Freund - Jonas - keine Spur im Raum zu erkennen war? Besorgt war die Schlange nicht und dennoch oblag ihm nun das Malheur sich einen anderen Partner für die gestellte Aufgabe des Lehrer suchen zu müssen. Einzelarbeit wäre wohl nicht möglich? Möglicherweise? "Könnten wir möglicherweise -- auch mit uns selbst arbeiten, Professor?" Erneut hatte er zögerlich die Hand gehoben und dabei einen Gesichtsausdruck aufgelegt, der vor Ekel und Trotz nur so tropfte. Es war ihm zuwider einen der Anwesenden auswählen zu müssen. Nun, nicht vollends, denn: "-- anderweitig arbeite ich natürlich auch gern mit Miss Mondschein zusammen." Kostja nickte, wandte seinen Kopf in Richtung der Hufflepuff und grinste selbstgefällig. Wenn er sich schon ein Grab schaufeln musste, so konnte er dieses auch nutzen, um ein wenig Spaß zu haben - das Halbblut Mondschein erschien ihm daher gerade recht, zuweilen sie dem Jungen aus dem Haus der Schlangen manches Mal zu aufgedreht war und im Allgemeinen eine größere Klappe besaß als ihre Körperstatur erahnen ließ. "Im Sinne des Respekts und der Transparenz, von der Professor Dornsteinn zu Beginn des Schuljahres gesprochen hat." Mit gutem Beispiel vorangehen und im Anschluss des Unterrichts müsste Kostja seine Kleidung zwangsweise verbrennen, weil er wohl anderweitig ersticken würde - an seinen eigenen Worten und an seinen eigenen Gedanken.

    //betrachtet werden alle
    geantwortet wird auf die Fragen von @Camdon Earl Cordell
    und es wird erwähnt, dass Kostja die Gruppenarbeit gern mit @Amy Sophie Mondschein machen würde

    Hamilton

    Ups! Da war ich wohl gerade in das erste Fettnäpfchen dieses Schuljahres getreten. Meine Begrüßung entsprach wohl nicht so ganz den kommunikativen Gepflogenheiten dieser Schule, brachte aber, und dies musste selbst der Professor erkannt haben, meine Freude darüber zum Ausdruck heute hier zu sein. Wie nicht anderes zu erwarten, reagierte Professor Cordell vollkommen gelassen auf meine unpassende Begrüßung. Wie sollte es auch anders sein? Immerhin galt er für mich als coolster und nicht zuletzt am besten aussehende Professor dieser Schule. Dennoch ließ sich nicht bestreiten, dass mir die Situation leicht unangenehm war und ich mir wünschte einige Sekunden in der Zeit zurück springen zu können. „Äh, ja ganz bestimmt“, erwiderte ich kleinlaut, jedoch äußerst interessiert welch gigantisches Thema mich heute wohl erwarten würde und zweifelte daran, dass Professor Cordell Recht behalten würde. Wahrsagen und alle damit verbunden Themen langen mir schlicht nicht und erneut begannen leichte Zweifel an mir zu nagen. Vielleicht hätte ich dieses Fach doch einfach abwählen sollen.
    Nun, ich musste nicht allzu lange warten, und gab mich passend um Thema sofort meinen eigenen fachfremden Gedanken hin. Träumen bedeute Schlafen. Schafen wiederum, war beinahe genauso genial und unverzichtbar wie Essen. Sollte ich eines Tages alt und grau sein, würde ich meinen Tag mit Essen und Schlafen verbringen, meine Enkel empfangen, ihnen von meinen Jugendträumen und von diesem unschlagbar sexy Professor erzählen. Vielleicht würde ich ihnen auch von Kostja erzählen, dem schnuckeligen, jedoch nach außen äußerst kühl wirkenden Slytherin der offenbar genau wusste, wovon er sprach. Fasziniert hing ich an seinen Lippen, nahm seine Worte auf, ließ diese auf mich wirken und begann von einer gemeinsamen Zukunft als Unterrichtspaar zu träumen. Bestimmt hatte er beim Picknick nur einen schlechten Tag, hatte seine wahre Persönlichkeit nicht zeigen können, einen vollkommen falschen Eindruck vermittelt. Begeistert klatsche ich in die Hände, sprang fröhlich auf und ließ mich prompt neben ihm nieder. Er wollte mir zusammenarbeiten, wohl eine Art Wiedergutmachung. „Wir beiden werden bestimmt ein gutes Team“ erklärte ich selbstsicher, lächelte ihn an und strich mir eine Haarsträhne aus dem Gesicht. Passender wäre wohl „ich werde sicherlich von deinem Wissen profitieren“. Doch musste ich ihm nicht gleich meine Unfähigkeit vor Augen halten. Eventuell ließ sich mit einem produktiven Beitrag zum Unterricht noch einen guten Eindruck hinterlassen. „Ich glaube nicht, dass mir meine Träume auch nur ansatzweise etwas über meine Zukunft verraten können“ begann ich, auch wenn ich mich in diesem Fach bemühte, konnte ich nicht verbergen, dass mir so einiges unsinnig erschien. „Nun, ich glaube eher, dass wir uns in Träumen unbewusst mit uns Selbst, unseren Gedanken, Gefühlen und Wünschen auseinandersetzen und vielleicht Antworten auf unsere Fragen erhalten. Damit meine ich, dass mir ein Traum dabei helfen kann eine Entscheidung zu treffen, weil ich die verschiedenen Optionen in Bildern, Tönen und mit all meinen Gefühlen durchlaufe. Vielleicht können wir aus der Art und Weise wie in unsrem Träumen auf Ereignisse reagieren neue Impulse gewinnen oder mehr über uns selbst erfahren. Träumen kann auch unglaublich befreiend sein. Ich kann neues ausprobieren, mich von Vorschriften und sozialen Zwängen distanzieren und über mich selbst hinauswachsen. Den manchmal weiß ich sogar, dass ich eigentlich nur träume. Vielleicht ist es auch wesentlich unspektakulärer und unser Gehirn verarbeitet nur die Eindrücke des Tages, verknüpft diese mit unseren Erinnerungen. Sortiert sich irgendwie neu und manchmal findet es auf Anhieb nicht das richtige Puzzleteil und spuckt wirres Zeug aus“, beendete ich schließlich meinen Vortrag, strich mir eine Haarsträhne aus dem Gesicht und wandte mich Kostja zu. „Ich kann es kaum erwarten, von deinen Träumen zu erfahren“


    <3 Danke Tobi <3
    Mich neben den Apis zu setzen hatte mir noch als clever erschienen, bevor der Cordell seine Stunde begann. Nun war ich mir nicht mehr so sicher, denn auch wenn ich an meinem Sitznachbarn per se nichts auszusetzen hatte und auch wusste, dass er ein Ass in diesem Fach war, hielt sich mein Bedürfnis, mit ihm die Tiefen meiner Träume zu erörtern, doch in Grenzen. Aber so etwas würde ich dem Lehrer natürlich nie zeigen; missmut führte schnell zu Punkteabzug und ich hegte immer noch die unrealistische Hoffnung, dieses Jahr etwas zu erreichen mit meinem Haus. Meinem Haus. Wie das klang.
    "Ich schliesse mich den beiden an", erhob ich meine Stimme. Vieles, was mir durch den Kopf gegangen war, hatten Kostja und die Mondschein schon erwähnt. "Aber ich glaube, dass Tagträume ein Luxus sind. Man muss die Zeit haben, um so zur Ruhe zu kommen, dass man sich in einem Tagtraum verlieren kann." Ich schaffte es so gut wie nie. Immer gab es da etwas, was es zu tun gab, etwas, was ich vergessen hatte. "Vielleicht ist das auch so, weil, wie Kostja das erwähnt hat, die Tagträume vielmehr unsere Wünsche widerspiegeln und dementsprechend meistens positiv sind. Und das Positive bekommt man bekanntlich nicht einfach so, oder es würde jeder machen."
    Auf meine Unterlippe beissend verstummte ich. Genug gesagt. Ich musste meinen Ruf als resident Emo ja nicht noch verschlimmern. Es war ein bitterer Gedanke, dass manche einfach die Zeit und Chance hatten, sich in Tagträumen zu verlieren, ohne auf sich selbst wütend zu werden, ohne sich vorzuwerfen, nicht genug zu tun. Machte es mich wütend? Nein - es machte mich neidisch. Ich wünschte, meine Familie hätte genug Geld, dass ich mir keine Sorgen machen müsste, dass ich es nach meiner Hogwartszeit irgendwohin schaffen würde, dass ich irgendwann nicht mehr arm war und ich es mir einfach leisten konnte, tagzuträumen. Das war doch Material für einen Tagtraum, oder? Gott, ich wünschte, mir stände dieser Luxus zu.
    Trotzdem konnte ich nicht verhindern, dass ich schnaubte, als der Professor die allnächtlichen acht Stunden Schlaf ansprach. Acht Stunden? In was für einer Illusion lebte er? Ich schaffte höchstens sechs einhalb Stunden; der Schulstoff lernte sich schliesslich nicht von selbst, die Hausaufgaben wollten irgendwie auch gemacht werden und wenn ich schon dabei war, hatten Dean und ich die nächste Trainingseinheit zu planen. Acht Stunden Schlaf waren ein ebenfalls ein Luxus, der mir nicht zugute wurde. So lächelte ich nur ein wenig ungläubig, bevor ich meinen Körper vollends zu meinem Sitznachbarn drehte.
    "Ich erinnere mich nicht mehr, ob und was ich letzte Nacht geträumt habe", sagte ich, an Gabriel gewandt, und legte die Stirn in Falten, krampfhaft versuchend, irgendeinen Traum wieder in Erinnerung zu rufen. Plötzlich fielen mir Fetzen der letzten Nacht wieder ein - ein Wahnsinn folgte dem nächsten und ich erinnerte mich ebenfalls wieder daran, wie ich heute Morgen mit einem 'was zum Teufel?' aufgewacht war. "Okay, ich nehme alles zurück. Ich erinnere mich. Ich war mit Zoe irgendwo unterwegs. Plötzlich war da so eine Naturwissenschafts-Ausstellung, wie ein Rummel, nur eben nicht so cool. Und irgendwie war Zoe plötzlich mächtig gut in Arithmantik und Kräuterkunde und hat all die Rätsel, die dort waren, binnen Sekunden gelöst, während ich kläglich scheiterte. Und aus was für einem Grund auch immer hatte ich ein mächtig hässliches Snapback auf, und irgendwann habe ich Zoe damit spielerisch auf den Rücken geschlagen und gesagt, sie sei eine verdammte Streberin." Es schien mir alles sehr wirr und wahrscheinlich war mein Traum bei weitem nicht so aufregend, wie die meiner Mitschüler, aber das war ja auch nichts Neues. "Bitte schön, jetzt hattest du einen Einblick in mein Unterbewusstsein, um welchen du nicht gebeten hattest." Ich versuchte mich an einem entschuldigenden Lächeln. "Hast du etwas besseres in Petto?", fragte ich dann, den Kopf schief legend und mit den Fingerspitzen auf meine Knie tippend. In Retrospektive hätte ich mich wahrscheinlich wirklich nicht neben Apis setzen sollen. Er würde jetzt nach dieser Stunde bestimmt nur noch den Mittelfinger für mich übrig haben. Ein wahrer Meisterstreich, Yarbrough. Bravo. Bra-vo.

    @Gabriel Apis


    ARROGANT BOY, LOVE YOURSELF SO NO ONE HAS TO.
    THEY'RE BETTER OFF WITHOUT YOU.

    Als wäre es eine Überraschung, dass Gabriel bei solchen Noten nicht weiterhin in Wahrsagen teilenehmen würde. Er wollte schließlich mit minimalem Aufwand das maximale Erreichen und da spielte Wahrsagen eben einen nicht zu unterschätzenden Teil mit bei. Dennoch wertete Gabriel diese einleitende Begrüßung des, von Gabriel als noch immer nicht berufsfähig eingestuften, Lehrer als eine Art Kompliment und nickte dementsprechend.
    Für einen kurzen Augenblick fühlte er sich bei Professor Cordells Frage ertappt - überspielte diese Überraschung jedoch mit einem übertriebenem zusammenziehen der Augenbrauen. Er dachte kurz über das Thema des Buches nach, das der Professor ihm soeben vorgeschlagen und nahe gelegt hatte.
    "Ich glaube nicht, dass man zwingend ein Medium sein muss. Jeder hat wahrscheinlich in bestimmten Ausmaßen die Fähigkeit dazu, Voraussagungen zu machen. Allerdings schätze ich mal, dass es da wie mit Begabungen in anderen Fächern gehandhabt wird. Die einen haben eben ein Talent dafür, Dinge zu verwandeln und können sogar den Schritt zum Animagus machen. Die anderen widerum sind eben gut darin, die jeweiligen Zeichen in der Wahrsagerei zu deuten. Je besser man das kann, desto näher ist man am 'Status' eines Mediums dran."
    Im Grunde hatte sich damit die Fragestellung und Thematik des Buches für Gabriel bereits erledigt. Er sah seine Meinung diesbezüglich darin umso gestärkter, je mehr er sich mit anderen Schülern verglich. Viele erbrachten nicht einmal mehr akzeptable Noten, während er hingegen in Fächern wie Verwandlung oder Verteidigung gegen die dunklen Künste zu dekorativen Gründen fungierte. Das wäre wohl das beste für alle Beteiligten, eingeschlossen ihm selbst.
    Nach einer kurzen Pause, in der er sich etwas irritiert an den Hinterkopf packte, fügte er dann jedoch "Aber klar, ich kann mir das mal anschauen", hinzu - so als sei er derjenige, der einen kontrollierenden und korrigierenden Blick über das literarische Werk von Fredericka Fortunae werfen würde.
    Als er nun letztendlich saß - bisher mit Cordell alleine im Raum - kam es dazu, dass mit zunehmender Schülerschaft sich irgendwann ein Sitznachbar zu Gabriel gesellte. Gabriel nahm davon jedoch nur am Rande Notiz, da er noch immer mit herausforderndem Blick das linke Auge des Professors anstarrte.
    "Na ja. Vielleicht wird irgend einem Mädchen etwas schlechtes Prophezeit und sie fängt dann an zu heulen." Einen kurzen Moment sagte Gabriel nichts, sondern grinste einfach nur breit.
    "Das hätte zumindest einen gewissen Unterhaltungsfaktor", ergänzte er dann noch.
    Die Vorstellung davon, wie Cordell vollkommen überfordert davon war, eine in Tränen aufgeflöste Schülerin wieder aufzubauen gefiel ihm.
    'Mir ist bewusst, dass es einem selbst oftmals wie eine Herausforderung vorkommen mag auch nur ansatzweise etwas in einer Kristallkugel zu erkennen'. Bei diesen Worten des Professors fühlte Gabriel sich in keinster Weise angesprochen. Im Gegenteil - er fand es oftmals ungewohnt einfach, Dinge und Zeichen im jeweiligen Zusammenhang zu deuten. Natürlich brauchte man dazu ein bisschen mehr als bloß Kaffeesätze und eine gut polierte Kristallkugel. Es war schon wichtig, ein paar Dinge über denjeniegen, der die Voraussagung erhielt, zu wissen. Schließlich musste man die Zeichen im Kontext zum Leben der jeweiligen Person deuten können - wusste man nicht viel oder gar nichts über diese Person, glich die Voraussagung eher einem Schuss ins blaue.
    Oder in anderen Worten: So wie die Unterrichtsgestaltung dieses Hippies.
    Gabriel präferierte seinen Unterricht eher traidtionell: trocken in der Theorie und unterhaltsam in der Praxis. Diese beinahe zwanghaft modernen Methoden, mit denen er sich konfrontiert fühlte, stießen auf Abneigung seinerseits.
    Hätte er doch bloß die Zeiten von Trelawney miterlebt - die war zwar auch recht ungewöhnlich in ihrer Unterrichtsgestaltung gewesen, hatte jedoch einen so großen Dachschaden, dass es schon wieder interessant war.
    "Das ist jetzt nicht sein Ernst", entfuhr es Gabriel leise.
    Er wusste nicht einmal, was er zu diesem Thema sagen sollte - so sehr fehlten ihm die Worte dazu. Das sollte der Unterrichtsinhalt sein?! Von allen möglichen Praktiken zur Zukunftsdeutung - und davon gab es mehr als nur Kristallkugel oder Kaffeesätze - suchte sich dieser Hippie so ein schwachsinniges Thema aus?
    Zu Gabriels guter Laune mischte sich nun ein nicht zu ignorierendes Stück Zweifel - vor allem Zweifel an der Lehrkraft.
    Natürlich war das ein Thema, mit dem man gut eine Diskussion im Unterricht füllen konnte. So gut wie jeder hatte eine Meinung dazu und konnte diese auch mit mehr oder weniger schlagfertigen Argumenten vertreten - aber letztendlich blieb die Antwort auf dieses Thema so schwammig wie das Thema selbst.
    "Wer zum Teufel schläft denn bitte 8 Stunden?!", grummelte Gabriel, dieses mal mit deutlich düsterem Blick als zuvor. Mal ganz abgesehen davon, dass Gabriel selber meistens nur 5 Stunden schlief, trug er es Cordell äußerst nach, dass er diese Stunde zur Partner-Stunde erklärt hatte.
    Doch bevor er etwas einwenden konnte, ging die restliche Schülerschaft bereits auf das Thema los. Im Grunde nachvollziehbar und logisch durchdacht,k dennoch passte Gabriel eine gewisse Formulierung von Kostja nicht.
    "Im Grunde kann man Tagträume mit 'normalen' Träumen, meiner Meinung nach, schon vergleichen oder sogar in gewisser Weise gleichsetzen. Klar, am Anfang sieht es erst einmal so aus, als erscheine das eine klar definiert vom anderen durch den Faktor der bewussten oder unterbewussten Teilnahme und Gestaltung. Allerdings gibt es ja auch nich das luzide Träumen, bei dem man die Träume aus den Schlafphasen auch bewusst beeinflussen kann." Er wartete kurz ab, sprach jedoch wieder, noch bevor jemand etwas sagen konnte.
    "Allerdings ist das nur meine Meinung dazu, die wissenschaftlich vollkommen unbegründet ist und dementsprechend auch gänzlich falsch liegen kann."
    Als wäre meine Meinung dazu falsch, pff.
    Eigentlich hatte er die nur ergänzt, um kieine hitzige Diskussion zu starten und sich nach seiner Aussage aus einem möglichen Disput heraushalten zu können.
    Nach Diskussion war ihm jetzt nicht zumute.
    Entgegen seiner Hoffnung schien sein unfreiwilliger Sitznachbar und Stunden-Partner der Aufgabe des Professors jedoch nachzukommen und fing an über seinen Traum zu reden. Halbherzig hörte Gabriel zu, warf dem Professor dabei jedoch immer wieder regelrecht vernichtende Blicke zu.
    Zumindest für diese Stunde hatte er es sich bei dem Ravenclaw versaut - auf ganzer Linie.
    "Ich weiß zwar nicht in welcher Verbindung du mit Zoe stehst, aber für mich klingt das stark danach, dass du sie idealisierst und dich selbst als Kontrastbild zu ihr siehst. Sie hat's drauf - du eher nicht so. Manche mögen das jetzt noch weiter interpretieren und man könnte es - wenn man an so etwas glaubt - als 'Vorstufe' oder 'zum' zum Verliebt-sein betrachten. Ich persönlich glaube aber nicht, dass das zwingend der Fall ist", erläuterte Gabriel sachlich und in keinster Weise ohne eine Betonung. Er ratterte es einfach herunter, wie ein Nachrichtensprecher es bei seinen Meldungen tat.
    "Ich glaube aber nicht, dass wir mit meinen Träumen etwas anfangen können. Ich habe neulich geträumt, dass ich von einer riesigen Frikadelle gejagt wurde, die dann aber auf einmal zu einer rosa Wolke am Himmel geworden ist und in der eine Stadt aus Baumhäusern zu finden war. Ich wüsste nicht, was man daran aus wahrsagender Perspektive erarbeiten könnte - außer dir fällt etwas dazu ein."
    Gabriel bemühte sich zwar um einen nicht ganz so unmotivierten Gesichtsausdruck, sondern vielmehr um ein Lächeln. Jedoch konnte er auch jetzt schon sagen, ohne dies überhaupt gesehen zu haben, dass es wohl nicht gerade schwer zu durchschauen war, wie Gabriel zu diesem Thema stand.

    @Camdon Earl Cordell wird angesprochen und gedanklich kritisiert
    @Kostja Belvedere kurzer Kommentar zum bewussten und unbewussten bei Träumen
    @Cai Yarbrough hier und da eine Reaktion von Gabriels Seite aus

    |Almacia|
    @Jane William

    Träume...na das war ja nicht gerade das wirklich passende Thema für mich, waren meine Träume in letzter zeit nicht wirklich schön oder berauschend, sie waren eher traurig und doch wieder fröhlich. Nicht gerade gut zu beschreiben und eigentlcih wollte ich das auch nicht wirklich, es waren meine Privatenträume und meine Erinnerungen die ich mit niemanden teilen wollte. Ich bissmir auf die Lippen und sah zu meiner Nebensitzerin "wollen wir es zusammen machen?" fragte ich sie und schenkte ihr ein kleines Lächeln. Es war sicherlich besser das ganze zu zweit an zu gehen und uns über die Fragen gedanken machten. Ich stand auf und ging an eines der Regale, suchte mir ein Buch zu Träumen raus und brachte es mit zu Jane und legte es zwischen uns "also ich muss dich schonmal vorwarnen, ich bin eigentlich eine ziemliche Niete in Wahrsagen und hab eigentlich keinerlei Ahnung wie ich es durch die ZAgs geschafft habe" meinte ich leise und ein verlegenes Lächeln zeichnette sich auf meinen Lippen ab und ich hoffte das sie trotzdem mitmir zusammen arbeiten wollen würde, sonst würde ich wohl alleine dasitzen.
    "Sollen wir dann mit den Fragen anfangen und uns danach über unsere Träume unterhalten?" erkundigte ich mich und blätterte schonmal in dem Buch um etwas mehr Informationen zu bekommen und eine einigermaßen gute Note zu erhalten, ich wollte nicht umsonst die ZAGs geschafft haben.

    Im Laufe meines bisherigen Lebens hatte ich mich bereits mit diversen Arten von sogenannten Hellsehern konfrontiert gesehen. Meine erste Begegnung hatte im zarten Alter von sieben Jahren stattgefunden, als meine Eltern sonntags, dem oftmals wohl einzigen freien Tag der Woche für meinen Vater, im Schlepptau ihres Sohnes einen Jahrmarkt aufsuchten, der damals in London gewesen war. Bis heute erinnerte ich mich an die vielen funkelnden Lichter und zauberhaften Feuerwerke rund um die verschiedenen Zelte und Attraktionen, als lägen die Geschehnisse erst wenige Stunden zurück. Jeweils ein Elternteil an jeder Hand zog meine Aufmerksamkeit besonders ein Zelt an, welches etwas abseits von den anderen stand und in seinen ganz eigenen Glanz gehüllt war. Dunkler Rauch getränkt in den schweren Duft von Moschus und Lavendelräucherstäbchen waberte geflissentlich aus dem entlegenen Teil des Marktes in unsere Richtung und schien unsere Geruchssinne beinahe zu verfolgen. Das aufgeschlagene Lager der Helene stellte offenbar einen Hort der in meinen Augen wohl interessantesten Form von Magie dar, denn das Schild vor dem mit Tüchern behangenen Eingang ließ von Handlesen und Wahrsagungen jeglicher Art verlauten.
    Es hatte damals jede Menge Quengeleien beansprucht, aber letztlich hatte ich es gepackt, dass zumindest meine Mutter mich zu Helene begleitete und mein Vater uns sogar das Murren über die Wucherpreise der Frau Quacksalber ersparte.
    Tatsächlich war dies eines der wenigen Male gewesen, dass ich wirklich und wahrhaftig von der Begabung meines Gegenübers überzeugt gewesen war. Nichts an ihrer Art hatte mich an ihrem Talent zweifeln lassen. Anders als so manch andere Hellseher hatte sie nicht wild ins blaue geraten und sich im allgemeinen sehr vage geäußert, im Gegenteil! Der verklärte glasige Blick, das Zittern ihrer Hände, als sie die meinen umschloss und das Beben in ihrer Stimme, als sie mir meine Zukunft verriet... Wer weiß, ob wir es nicht mit einer echten Hexe zu tun gehabt hatten? Zu dem Zeitpunkt jedenfalls war ich fest davon überzeugt gewesen, dass nur Leute wie Helena diesen Beruf ausübten und hatte sie still und heimlich in den Kreis meiner persönlichen Vorbilder aufgenommen, ehe ich eines Morgens fast den schönen Laminatboden meiner Wohnung ruiniert hätte, als ich beim Aufschlagen der Morgenpost glatt meinen Latte Macchiato wieder ausspuckte. "Wahrsagerin sorgt für Aufruhr - Ist sie aus den Lenden des Dalí entsprungen? " Laut eigenen Aussagen der Frau habe sie einen Blick in ihre eigene Vergangenheit riskiert und habe dadurch festgestellt, dass sie das uneheliche Kind des Künstlers sei. Fassungslos hatte ich die Hände über dem Kopf zusammen geschlagen, während meine Augen einen weiteren Blick auf das Papier warfen. Die Dame hatte es sogar so weit gebracht, dass man nun das Grab von Salvador öffnen würde, um mit einem DNA Test für Klarheit zu schaffen. Leute wie sie waren es, wegen derer der Ruf der Zukunftsbranche immer weiter ins Lächerliche gerückt wurde, indem sie unnötig für Auflebens sorgte und auf die Mehrzahl von Menschen einen profitgierigen Eindruck machte. Umso wichtiger war es mir also, dass ich meine Schüler gegen diese Quacksalber gewappnet wusste, indem ich mit den verschiedenen Arten der Wahrsagerei und zugleich mit Trickbetrügern aufräumte. Beim Gedanken an den Artikel schüttelte ich schnaubend den Kopf. "Luzides träumen, ein gutes Stichwort.", meinte ich dann und konzentrierte mich erneut aufs Unterrichtsgeschehen. "Ich bitte Sie darum zu spekulieren, was es zu bedeuten hat, wenn man bei einem luziden Traum wiederholt das selbe träumt. Und als kleiner Bonus - würden Sie sagen, dass dies überhaupt möglich ist?", ergänzte ich nun und musterte die vor mir sitzenden Schüler.



    RPG-Off:
    - Dieser Post ist kürzer, sollte dafür aber hoffentlich einen kleinen Anstoß bieten.
    :)
    - Der Unterricht wird bald zu ende sein. Ihr seid gebeten die Partnerarbeit anzufangen/bestenfalls sogar zu beenden!
    - Bei Bedarf können eure Charaktere gern die Ergebnisse ihrer Analysen vor der Klasse präsentieren, was natürlich positiv berücksichtigt wird. Andernfalls dürft ihr ohnehin mit einer kleinen Hausaufgabe rechnen (, die ihr als Spieler natürlich auf freiwilliger Basis erledigen könnt!), welche euch ebenfalls Punkte einbringen wird.


    Übrigens: Der Artikel zu Dalís Vielleicht-Tochter existiert wirklich. Das ist momentan ein sehr heiß diskutiertes Thema in Spanien, den Link zu einem Artikel findet ihr hier :D

    @Kostja Belvedere , @Amy Sophie Mondschein , @Cai Yarbrough , @Gabriel Apis , @Sayuri Booth , @Jane William

    ---

    Edit vom 25.08.17: Der Unterricht ist beendet und die Hauspunkte eingetragen. Ich bedanke mich bei euch :)


    Melanie! :love: